2026 wurde zum Jahr des Akkordeons gewählt und zeitgleich feierte der ACK sein 75-jähriges Jubiläum mit einem Konzert, das die Geschichte des Akkordeons als Orchesterinstrument in den Mittelpunkt stellte. Durch das Programm begleiteten abwechslungsreich und interessant der Handzuginstrumentenmachermeister Loris Preti, der im richtigen Leben eine Werkstatt am Bodensee leitet, und sein neugieriger Lehrling Paul. Eine eigens auf der Bühne aufgebaute Werkstatt diente als Kulisse, um viele Fragen rund um das Akkordeon zu stellen und zu beantworten..

In den Anfangszeiten spielten die Musiker der Akkordeonorchester sowohl die Melodie- als auch die Bassseite ihres Instrumentes, wovon der Rhapsodische Walzer Nr.1 (1933) von Friedrich Haag einen Eindruck vermittelte. Dieses Klangerlebnis konnte sich jedoch nicht durchsetzen, so dass seither die Orchesterspieler nur die Diskantseite ihres Instruments bedienen und der Klang durch ein elektronisch verstärktes Bassinstrument vervollständigt wird. Bei der Neufassung des Rhapsodischen Walzers von 1956 konnte das Publikum den Unterschied deutlich hören.

Nach diesem Einstieg folgte eine fast 10-minütige „Fantasie über Parlez-moi d´Amour“ von Rudolf Würthner, die die Zuhörer im ausverkauften Saal das volle Klangerlebnis des Akkordeons hören und spüren ließ. Zu einem Jubiläum gehört die Ehrung durch den Harmonika-Verband. Andrea Rappenecker fand sehr passende Worte und überreichte der ersten Vorsitzenden des Vereins, Sabine Maier, eine Skulptur, die diesem würdigen Ereignis Ausdruck verleiht.

Was wäre ein Verein ohne Nachwuchs? Gregor Heinrich als Dirigent schaffte es, vierzig Schüler im Schulorchester Oberried mit verschiedenen Instrumenten mit viel Freude Musik erklingen zu lassen als hoffnungsvollen Anfang für viele musikalische Talente. Es folgte die Kiddy-Band unter Leitung von Thomas Rampp als Nachwuchsorchester des ACK.

Als letzter Auftritt vor der Pause spielte das fünfköpfige Ensemble mit Spieler aus dem Hauptorchester unter Leitung von Stefan Schweizer auf höchstem Niveau „Like a Toccata“ von Jörg Mehren und „Happy Band“ von Motion Trio.

Das Programm des zweiten Teils folgte chronologisch Stücken, die als Originalmusik für Akkordeonorchester komponiert wurden: die „Werziade I“ von Fritz Dobler als Lieblingsstück des Dirigenten Gregor Heinrich, die fast 12-minütige „Legend of King Arthur“ von Ian Watson als Lieblingsstück vieler Spieler. Weiter ging es mit großer Spielfreude zu modernen Kompositionen von Gerhard Schiewe, Hans-Günther Kölz und Matthias Matzke. Bei dessen Song „End of an Era“ setzte Simone Müller mit ihrem Gesang einen besonderen Akzent. In Form kleiner Einspieler kamen die Komponisten oder ihnen nahestehende Personen selbst zu Wort und erzählten mehr oder weniger kurze Geschichten zu den Kompositionen. Die beiden Zugaben ergänzten die Bandbreite der Akkordeonmusik und sorgten für einen begeisterten, langanhaltenden Applaus.

Ein rundum sehr gelungenes Jubiläumskonzert, das neugierig auf die weitere Zukunft der Akkordeonmusik gemacht hat.